Unsere Geschichte

PANs Studio startete 1962 mit dem Firmengründer Dieter Parnitzke und analoger Filmtechnik. Im Laufe der bewegten Zeiten gelang es uns, die Digitalisierung als Chance zu ergreifen und uns Schritt für Schritt anzupassen. Die Kopierwerke sind inzwischen ausgestorben, auf analogem Filmmaterial produziert keiner mehr, der Trickkameramann und die Koloristen sind wegrationalisiert. Die schweren Maschinen stehen im Museum, zentnerschwere Büchsenmassen mit Filmmaterial aus PANs Studio lagern im Bundesfilmarchiv und weiteres Material bei der Deutschen Kinemathek. Den Tricktisch kann der interessierte Besucher in den Technischen Sammlungen in Dresden besichtigen. PANs Studio ist jetzt Motion Designer und Mitglied der Adobe Creative Cloud. Und macht einfach immer weiter. Hier gibt es ein paar Anekdoten aus der Geschichte von PANs Studio. Viel Spaß beim Lesen!

  • 1962

     

    Start mit Dieter Parnitzke

    Dieter Parnitzke, genannt „Pan“, meldete sich am 1.4.1962 als freischaffender Filmemacher beim Finanzamt an. Obwohl der Name „PANs Studio“ erst viel später entstand, kann man diesen Zeitpunkt als Gründungsdatum betrachten.

    Anfangs zeichnete er unter anderem Hintergründe für Trickfilmproduktionen wie das Telebärchen von Ernst Schienke, illustrierte Plakate und arbeitete mit anderen, etablierten Trickfilmern zusammen, an deren Tricktischen er drehte, bis er sich im Jahr 1983 einen eigenen anschaffte.

    Damals gab es eine Trickfilm-Ausbildung an der Meisterschule für das Kunsthandwerk, die er kurzzeitig besuchte und durch die er weitere Zeichner kennenlernte. Die (West-)Berliner Trickfilmszene war damals überschaubar, man arbeitete hauptsächlich an Filmtricks und Filmtiteln fürs Kino, zuerst von Hand gezeichnet, später mit Letraset gesetzt.

    Noch später kamen eine Titelsatzmaschine und eine Repro-Kamera zum Einsatz, mit denen man Schrift- und Grafikvorlagen auf Offset-Repro-Film herstellen konnte, die negativ (klare Schrift, schwarzes Umfeld), mit Farbfolien hinterlegt, im Unterlicht-Verfahren in stundenlanger Arbeit oft mehrfach belichtet wurden. Man sah das Ergebnis erst, wenn der Film im Kopierwerk entwickelt und ein „Muster“, also eine Filmkopie, gezogen worden war.  Pan und seine Mitarbeiter erreichten in diesem Metier eine atemberaubende Qualität, es entstand ein faszinierender Look, durch musik-synchrone Effekte verstärkt.

  • Einstieg von Peter Völker

    lernte Peter Völker Dieter Parnitzke kennen. Seitdem arbeitete er zuerst nur ab und zu mit, vor allem an Zeichentrick-Aufträgen, später immer öfter. Es wurde eine lebenslange Freundschaft.

    In PANs Studio entstanden Filmtrailer, Trick- und Rolltitel fürs Kino, Serientitel fürs Fernsehen (z. B. Bonanza), Grafik, Plakate, Beschriftungs-Druckvorlagen für technische Geräte und Lehrfilme wie u. a. ein mehrteiliger CNC-Kurs, für den PANs Studio Trickteile produzierte, um zu veranschaulichen, wie eine Fräsmaschine arbeitet. Für die BVG und das FWU entstanden wissenschaftliche Erklär- und Imagefilme, u. a. zur Magnetschwebebahn und zur Wärmedämmung in Wohnhäusern.

     

    1968

  • 1977

     

    Start in der Hessenallee

    PANs Studio zog mehrmals um, von der Podbielskiallee in die Fasanenstraße und schließlich in eine 14-Zimmer-Wohnung in der Hessenallee. Pan heiratete 1977; Jutta Parnitzke führte von nun an nicht nur den Haushalt, sondern auch die Bücher. Außerdem verbreitete sie viel Herzlichkeit, so dass die wechselnden, freischaffenden Mitarbeiter sich als „Familie PANs Studio“ fühlten. Seit 1983 drehten PAN und seine Kameraleute am eigenen Tricktisch, der ein Jahr später, mit einer Computersteuerung ausgerüstet, exakte, programmierbare Kamerafahrten ermöglichte. Weitere große Anschaffungen wie Schneidetische und Audiogeräte folgten, so dass seitdem in PANs Studio maßgeschneidert  vom Storyboard bis zum fertig belichteten 35-mm-Film produziert werden konnte. Die Entwicklung der Negative und die Herstellung der Kopien übernahm zunächst das Kopierwerk ARRI Contrast. Zeitweise beschäftigte PANs Studio mehrere Grafiker und Kameraleute als Honorarkräfte, vermietete seinen Tonschneidetisch an Synchronstudios und deren Cutterinnen, so dass immer Leben in der Bude tobte. Natürlich feierte PANs Studio viele Feste, wie es Künstlern und extravaganten Trickschaffenden zukommt, gerne herrschte eine ausgeflippte, aber auch disziplinierte Atmosphäre mit Nachtschichten, wenn Abgabetermine anstanden.

  • Kinowerbespot-Produktionen

    1993 begann die Zeit der Kinowerbespot-Produktionen in PANs Studio. Anfangs sollten nur stumme Dias auf Film abgedreht werden, weil die Kinos die Dia-Werbung einstellten und die Dia-Projektoren abschafften, obwohl einige Kunden noch laufende Verträge hatten. Die Vorlagen sahen dermaßen hässlich aus, dass Pan sich bei den Werbefirmen beschwerte: so etwas Grauenhaftes wollte er nicht machen! Als die Werbemittler kleinlaut zugaben: „Aber das machen wir doch schon seit 50 Jahren so…!?“ sagte er: „Und so sieht das auch aus!“ In der Folge zeigte er ihnen, was mit Film möglich ist und wie gut Werbung aussehen kann. Dadurch hatte PANs Studio über 20 Jahre lang und bis heute mit Kinowerbungs-Aufträgen zu tun. Es entstanden bis 2010 über 3000 Kinospots in PANs Studio. Das war insofern gut, weil die deutschen Titel und Trailer nach und nach von den Filmfirmen selbst produziert wurden und so als Einnahmequelle wegfielen. Der ersten Werbefirma, die bei PANs Studio arbeiten ließ, folgte bald eine zweite, denn man hatte die Filme aus PANs Studio im Kino gesehen, und folglich wollten immer mehr Werbemittler ihren Kunden diese Qualität anbieten.

     

    1993

  • 1996

     

    Personelle Veränderungen

    1996 erlag Pan leider mit nur 56 Jahren einem Krebsleiden. Jutta Parnitzke führte PANs Studio bis zum Jahr 2000 weiter, dann übernahm Peter Völker, der PANs Studio in der Mühlenstraße in Lankwitz bis zu seinem Rentenalter im Jahr 2013 weiter betrieb.

    Die Kinowerbung kam durch Werbemittler, die in PANs Studio Ihre Aufträge produzieren ließen. Leider starben einige von Ihnen viel zu früh, und die ursprünglichen Werbefirmen sind längst verkauft und aufgelöst, nur PANs Studio existiert weiter und kommt immer wieder an neue Aufträge.

    Und die Digitalisierung? Erste Versuche mit Computeranimationen anderer Produktionsstudios konnten sich qualitativ noch nicht mit dem messen, was in PANs Studio an der analogen Trickkamera möglich war. Deshalb konnte sich PANs Studio in der immer größer werdenden Konkurrenz weiter behaupten getreu seinem Motto: An Neues anpassen ohne jedem Trend nachzujagen und immer höchste Qualität liefern. So konnte PANs Studio noch eine ganze Weile weiter ohne Digitalisierung auskommen.

  • Einstieg Aygün Völker

    1988 begegnete Peter Völker Aygün Çuhadar im Trickfilmkurs an der Volkshochschule, den er als Dozent leitete. 1990 heirateten die beiden, und seit 2002 arbeitete Aygün Völker regelmäßig in PANs Studio mit. Inzwischen war die Digitalisierung weiter fortgeschritten und hielt durch Aygün auch in PANs Studio Einzug. Das entwickelte sich schubweise: Zuerst lieferten die Tintenstrahldrucker plötzlich eine annehmbare Qualität für Tricktisch-Vorlagen. Gedreht wurde bald nicht mehr an der 35-mm-Kamera, sondern Aygün setzte die Filme am Rechner zusammen und renderte Einzelbilder. Diese mussten immer noch auf Film ausbelichtet werden, zu einem inzwischen bezahlbaren Preis. Durch die digitale Filmherstellung konnten die Kunden eine Vorschau ihres Spots sehen und vor der endgültigen Produktion Änderungswünsche anbringen.

    Nur den Ton stellte Peter vorerst noch analog als Mischung auf Perfoband zusammen, bis die Aufnahmen zuerst digital auf DAT-Band und schließlich mit einem Mikrofon-Anschluss direkt im Computer mitgeschnitten werden konnten.

    Unaufhaltsam begann die Digitalisierung der Kinos, die alten 35-mm-Projektoren wichen digitalen Projektionsmaschinen, die Werberolle muss nicht mehr vom Vorführer mühsam zusammengeklebt, sondern die einzelnen Spots können flexibel in eine Werbeshow einprogrammiert werden. Produziert wird seit etwa 2010/11 ausschließlich als DCP. Der 35-mm-Film stirbt aus und mit ihm nach und nach alle Kopierwerke. Kinowerbung wird wesentlich günstiger im Preis und kann schneller angepasst werden. PANs Studio hat auch schon ein paar 3-D-Werbespots produziert. Ein tolles Erlebnis, wenn flache Bilder plötzlich mitten im Kinosaal zu stehen scheinen!

    2013 übergibt Peter Völker PANs Studio an Aygün Völker. Der Tricktisch kommt in die Technischen Sammlungen im Ernemannhaus beim Deutschen Institut für Animationsfilm in Dresden.

     

    2002

  • 2016

     

    Erklärfilme und interaktive E-Books

    Seit 2014 sind in PANs Studio neben Kinowerbespots auch ein Tricktisch-Erklärfilm für Dresden und ein interaktives E-Book für Konfirmanden entstanden.

    Mehr dazu unter „E-Book“.

    Auch vorher schon hat PANs Studio nicht nur Kinowerbung produziert, sondern u. a. auch Werbecomics, virtuelle, animierte Glückwunschkarten, Imagefilme und Event-Dokumentationen.

    Die Berliner Synchron GmbH, in deren Haus PANs Studio seit dem Jahr 2000 Räume gemietet hatte, zieht Anfang 2017 um zum Gasometer in Tempelhof-Schöneberg.

    Auf dem Gelände in Lankwitz sollen Wohnungen gebaut werden.

    PANs Studio residiert seit dem 1.10.2016 in einem neuen Raum in der Motzener Straße 5, 12277 Berlin-Marienfelde.

    Den analogen Nachlass hat Peter Völker für das Bundesarchiv und die Deutsche Kinemathek aufbereitet: Sechs Zentner Filmmaterial! Die Kinemathek übernahm Trickfilmphasen auf Folien, Titeltrickvorlagen, große Bilder etc., mit dem Steenbeck-Schneidetisch arbeiten heute Menschen, die analoges Filmmaterial digitalisieren. Weitere Geräte und Materialien hat das Labor Berlin übernommen, ein Verein, in dem nostalgie-begeisterte junge Leute mit analogem Filmmaterial arbeiten.

    PANs Studio arbeitet weiter am Computer mit der Adobe Creative Cloud in den Bereichen Kinowerbung, Imagefilm, Illustration und experimentiert mit interaktiven Medien.

    Wie gewohnt in bester Qualität und zu fairen Preisen.

  • Die neue Internetseite

    August 2018: Die neue, in WordPress gestaltete Internetseite von PANs Studio ist online!

     

    2018

  • 2020

     

    PANs Studio zieht wieder um

    Seit 1. August 2020 residiert PANs Studio im Home Office in der Weskammstaße 13.

  • PANs Studio wird 59!

    Am 1. April 2021 ist PANs Studio 59 Jahre alt geworden und damit das älteste Trickfilmstudio in Berlin – vielleicht sogar in ganz Deutschland!

     

    2021

  • 2022:

     

    60 Jahre PANs Studio

    PANs Studio ist 60 Jahre alt! Den Geburtstag haben wir im April mit Ehemaligen gefeiert. Auf die nächsten 60 Jahre!